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So, 11.01.2026, 15.00 Uhr
Schillers bildgewaltige romantische Tragödie „Die Jungfrau von Orleans“ war eine Steilvorlage für die Inszenierungspraxis „der Meininger“ und wurde ab 1887 mit 194 Aufführungen zum letzten großen Gastspielerfolg. In unserer Neuinszenierung treffen historische Aufführungspraxis auf modernes Regietheater und künstliche Intelligenz.
1430, Frankreich im Krieg. Die Stadt Orléans wird von den Engländern belagert. Im Dorf Domrémy wehrt sich Johanna gegen die ihr zugedachte Verlobung. Göttliche Stimmen befehlen ihr, der Liebe zu entsagen, in den Krieg zu ziehen und Karl zu seiner Krönung nach Reims zu führen. Tatsächlich gelingt ihr der Sieg auf dem Schlachtfeld. Dann erschlägt sie einen Soldaten aus Überzeugung, lässt jedoch den englischen Anführer Lionel, in den sie sich schlagartig verliebt, entkommen. Beschämt davon, an ihrem eigenen Anspruch zu scheitern, schweigt Johanna, als ihr Vater sie bei Karls Krönung der Ketzerei bezichtigt. Anders als das historische Vorbild endet Johanna bei Schiller jedoch nicht auf dem Scheiterhaufen.
Schillers Drama liest sich heute als Stück über Nationalismus, Fanatismus und Gewalt, zitiert erschreckend brutale Kriegsbilder in unseren Kopf und zeigt eine Frau, die sich ihrer Rolle als patriotisch-martialisches Kriegswerkzeug absolut bewusst ist. Von der Stimme der Aufklärung und der Vernunft ist in diesem späten Stück von Schiller (1801) nur noch ein fernes Echo zu hören.
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