Do, 26.03.2026 – Sa, 28.03.2026, 20.00 Uhr
Im Mittelpunkt steht der sensible, etwas verklemmte Heinz, ein junger Mann mit Saxofon, aber ohne Plan. Während Gleichaltrige studieren oder ins Leben aufbrechen, steckt er fest: bei seiner dominanten, psychisch kranken Mutter im Haus, geplagt von Akne, Einsamkeit und einer lähmenden sozialen Unsicherheit. Sein Alltag ist geprägt von Selbstzweifeln, schrägen Begegnungen und der Suche nach Anerkennung – und vielleicht auch nach Liebe.
Heinz findet schließlich einen Ausweg – oder zumindest eine Beschäftigung: Er wird Mitglied der Tanz- und Showband „Tiffanys“, die auf norddeutschen Dorffesten, Schützenbällen und Hochzeiten Schlager, Oldies und volkstümliche Stimmungshits zum Besten gibt. Die Band besteht aus schrulligen Typen mit zweifelhaftem Musikgeschmack, deren Leben sich um Wurstplatten, Bier, unzählige Autobahnfahrten und endlose Auftritte dreht. Für Heinz ist das zugleich eine bizarre Welt voller Peinlichkeiten – und eine Bühne, auf der er sich, trotz aller Widrigkeiten, ausprobieren kann.
Doch der Bandalltag ist alles andere als glamourös: chaotische Proben, katastrophale Technik, desinteressiertes Publikum, Auseinandersetzungen mit betrunkenen Gästen und Kollegen. Heinz erträgt es, weil er glaubt, dass sich daraus vielleicht doch noch etwas entwickelt – eine Musikerkarriere? Ein Ausweg? Oder zumindest ein paar soziale Kontakte? Doch stattdessen verstrickt er sich immer tiefer in Frust, Selbstverachtung und Vereinsamung. Strunks gnadenlos ehrliche Selbstbeschreibung trifft auf absurde Alltagsszenen, in denen man sowohl lachen als auch innerlich zusammenzucken möchte.
„Fleisch ist mein Gemüse“ ist mehr als nur eine Coming-of-Age-Geschichte aus der Provinz: Es ist ein scharf gezeichnetes Porträt eines Außenseiters, der mit der Tristesse seiner Umgebung ringt und sich in einer Welt zurechtzufinden versucht, die für Empfindsamkeit wenig übrig hat. Der Humor ist trocken, die Figuren oft skurril, und doch bleibt die Geschichte immer berührend – weil sie etwas Grundsätzliches erzählt: Vom Wunsch dazuzugehören, vom Scheitern an sich selbst und den Erwartungen anderer, und vom verzweifelten Versuch, das Leben irgendwie auszuhalten.
Die Bühnenfassung bringt diesen Kosmos eindrucksvoll auf die Bühne – mal musikalisch, mal tragisch, mal grotesk überdreht – und bleibt dabei ganz nah bei ihrer Hauptfigur: einem Verlorenen, der nichts sehnlicher will als ein bisschen Halt.